[Hörbuchrezension] Im Westen nichts Neues

Hörbuchrezension „Im Westen nichts Neues“ von Erich-Maria Remarque

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  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch Köln
  • Spieldauer: 6 Stunden, 6 Minuten
  • Sprecher: August Diehl
  • Genre: Literatur

 

 

Klappentext: Getrieben von den Hetzreden ihres Lehrers Kantorek melden sich Paul Bäumer und seine Klassenkameraden freiwillig für den Kriegsdienst. In den Schützengräben der Westfront erleben sie hautnah und brutal die Sinnlosigkeit und das Grauen des Krieges.

Meine Meinung: Mit der Übertragung von Romanen in Hörbücher ist es so eine Sache – vor allem, wenn es sich um Weltliteratur handelt. Sprecher von Hörbüchern obliegt eine verantwortungsvolle Aufgabe, bestimmen sie doch maßgeblich die Atmosphäre des jeweiligen Hörbuchs. August Diehl hat sich dabei als seltener Glücksgriff für einen Klassiker der Weltliteratur erwiesen. Mit erstaunlicher Leichtigkeit gelingt es Diehl der schwierigen Ernsthaftigkeit des Romans „Im Westen nichts Neues“ gerecht zu werden. Aber zunächst ein paar Worte zum Roman selbst.

Mit „Im Westen nichts Neues“ hat Erich-Maria Remarque einen der eindringlichsten Antikriegs-Romane geschaffen, die je geschrieben wurden. Wie kaum einem anderen Schriftsteller gelingt es Remarque die erdrückend bedrohliche Atmosphäre des 1. Weltkriegs einzufangen, einem Krieg, der Menschen zu machtlosen Statisten degradiert und dessen unmenschliche Grausamkeit sich in unsichtbaren Giftgas ebenso manifestiert wie in todbringenden Panzern. Der große Verdienst von „Im Westen nichts Neues“ ist es, dass der Roman die Schrecken und Wirrnisse des Krieges auch einer Generation zugänglich zu machen vermag, die nie selbst einen Krieg miterlebt hat. In keinem anderen Werk werden Freund-Feind-Grenzen auf so eindringliche Weise verwischt und die Absurdität des Kriegs so vortrefflich zum Vorschein gebracht.

Dem Sprecher August Diehl gelingt es auf erstaunliche Weise die Eindringlichkeit des Werks zum Vorschein zu bringen ohne dabei sentimental zu werden. Mit einer Mischung aus jugendlicher Naivität und Fassungslosigkeit in der Stimme trifft Diehl genau den Ton des Romans. „Im Westen nichts Neues“ gehört damit zweifelsohne zu den lohnenswertesten Hörbüchern, die sich derzeit auf dem Markt befinden.

Meine Wertung: Eindringlich und gefühlvoll ohne sentimental zu werden.

5-Sternewertung

Über Tim-Oliver Sick

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